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Beim Surfen durch das Web findet man kaum zusammenhängende und wirklich vollständige Anleitungen für einen LinuxTerminalServer. Ich selbst hatte zunächst einige Probleme bei der Installation und musste die kleinen Feinheiten erst ausprobieren, bevor alles so funktionierte, wie ich es wollte. Deshalb habe ich mich dazu entschieden eine kleine Anleitung für einen Terminal-Server auf  Basis von Ubuntu 8.04 Server-Edition zu schreiben. Geholfen beim Verstehen und Installieren hat mir der folgende Wiki-Eintrag: http://wiki.ubuntuusers.de/LTSP So nun genug des Vorgeplänkels und auf zum konkreten:

Voraussetzung:

Computer/Server mit 2 Netzwerkkarten
Die Hardware-Kompatibilität mit Ubuntu 8.04 versteht sich von selbst. Eine der Netzwerkkarten ist mit dem Internet verbunden. Die andere bespeist ein eigenes Netz für die zukünftigen Clients des Terminal-Servers.

    Installation von Ubuntu 8.04.03 amd64 Server-Edition:

    Der Installation von Ubuntu folgen bis zur Auswahl der primären Netzwerkkarte. Hier muss man die Ethernet-Card auswählen, die mit dem Internet verbunden ist. Als nächstes habe ich die automatische Konfiguration der Netzwerkinformationen abgebrochen und das Netzwerk manuell konfiguriert – wie zum Beispiel:

    Adresse 192.168.49.10
    Subnetzmaske 255.255.255.0
    Gateway/DNS-Server auch entsprechend angeben.

    Als nächstes der Installationsroutine folgen, bis man zur Auswahl der zusätzlichen Software-Pakete kommt. Hier habe ich Openssh-Server ausgewählt. (Diesen kann man natürlich auch später per Hand installieren, aber grundsätzlich braucht man einen SSH-Server eigentlich immer, weshalb ich ihn schon hier mit installieren lasse.) ACHTUNG: Für den LTS ist der Openssh-Server Voraussetzung. Nun lediglich die Installation vervollständigen und die gewohnten Einstellungen ausführen.

        Update und Installation des LTS

        Nach der Installation und dem Neustart des Rechners wird es Zeit das System zunächst auf den aktuellen Stand zu bringen und nötige Updates zu installieren:

          sudo apt-get update
          sudo apt-get upgrade

          Nun muss man das Desktop-System installieren, welches Voraussetzung für den Terminal-Server ist:

            sudo apt-get install ubuntu-desktop
            # Dies kann eine ganze Weile dauern.
            # Danach rein Reboot:
            sudo reboot

            Ist alles bis hierhin gut Verlaufen, so müsste man sich jetzt in einer Grafischen Benutzeroberfläche  befinden. Nun öffnen wir ein Terminal ([ALT] + [F2] und dann gnome-terminal gefolgt von [ENTER] eingeben), indem wir schließlich den eigentlichen Terminal-Server installieren:

              sudo apt-get install ltsp-server-standalone ltspfsd
              # Dies installiert den LTS und ein Paket welches zur
              # Verwendung von USB-Sticks an den Clients  erforderlich ist

              Konfiguration

              Zunächst muss die 2. Netzwerkkarte konfiguriert werden. Dazu öffnet man die entsprechende Datei und fügt dieser die entsprechenden Zeilen hinzu:

                sudo nano /etc/network/interfaces
                #öffnet die Netzwerkkonfigurationsdatei
                # folgende Zeilen sind anzufügen:
                auto eth1
                iface eth1 inet static
                address 10.49.0.1
                netmask 255.255.255.0
                # eventuelle zusätzlich Informationen wie broadcast
                # oder network, aber nicht zwingend erforderlich
                # [STRG] + [O] gefolgt von [ENTER] Speichert die Datei
                # [STRG] + [X] schließt den Editor

                Als nächstes muss man überprüfen, ob der TrivialFileTransferProtocoll-Daemon gestartet wird. Bei mir wurde das immer korrekt vom Installer ausgeführt. Dies erkennt man daran, wenn in der Datei /etc/inetd.conf die folgende Zeile vorhanden ist:

                  tftp           dgram   udp     wait    root  /usr/sbin/in.tftpd /usr/sbin/in.tftpd -s /var/lib/tftpboot

                  Nun – fast als letztes – muss man den DHCP-Server anpassen. ACHTUNG: Die Konfigurationsdatei findet man unter /etc/ltsp/dhcpd.conf und nicht unter /etc/dhcp3/dhcpd.conf:

                    authoritative;
                    allow booting;
                    allow bootp;
                    subnet 10.49.0.0 netmask 255.255.255.0 {
                    range 10.49.0.20 10.49.0.250;
                    option domain-name “example.com”;
                    option domain-name-servers 10.49.0.1;
                    option broadcast-address 10.49.0.255;
                    option routers 10.49.0.1;
                    option subnet-mask 255.255.255.0;
                    option root-path “/opt/ltsp/i386″;
                    if substring( option vendor-class-identifier, 0, 9 ) = “PXEClient” {
                    filename “/ltsp/i386/pxelinux.0″;
                    } else {
                    filename “/ltsp/i386/nbi.img”;
                    }
                    }

                    Anschließend habe ich den Server neu gestartet und kontrolliert, ob die Dienste und die Netzwerkkonfiguration erfolgreich übernommen wurden. (ifconfig zeigt z.B. die momentanen Netzwerkinformationen)

                      LTS-Client bauen und Finale Konfiguration

                      Wenn alle Einstellungen erfolgreich waren und der Server soweit funktioniert, dann kann das Client-Image erstellt werden:

                        sudo ltsp-build-client –arch i386

                        Die Angabe der Option arch i386 ist nicht zwingend erforderlich. Fehlt sie, so wird ein Image von amd64 anstatt eines i386 (Natürlich nur auf einer Basis von Ubuntu amd64. Auf Basis von Ubuntu i386 kann NUR ein i386-Image erstellt werden.

                          sudo ltsp-update-sshkeys
                          # muss ausgeführt werden, um die aktuellen
                          # Einstellungen zu übernehmen

                          Abschließend habe ich noch kontrolliert, ob auch die Freigabe für das Image erstellt wurde. Diese findet man in /etc/inetd.conf. Hier müsste mindestens einer der folgenden Einträge zu sehen sein:

                            2000 stream tcp nowait nobody /usr/sbin/tcpd /usr/sbin/nbdrootd /opt/ltsp/images/amd64.img
                            2001 stream tcp nowait nobody /usr/sbin/tcpd /usr/sbin/nbdrootd /opt/ltsp/images/i386.img
                            # Fehlen diese, sollte man sie hinzufügen und den
                            # Dienst neu starten: sudo /etc/init.d/openbsd-inetd restart

                            Das war’s! Nun sollte es möglich sein von einem Computer/ThinClient der über das Netzwerk – der mit eth1 verbundenen Karte – in Ubuntu zu booten.

                            Weiterführende Links:

                            http://wiki.ubuntuusers.de/LTSP
                            http://wiki.ubuntuusers.de/LTSP/lts.conf
                            https://help.ubuntu.com/community/UbuntuLTSP/LTSPQuickInstall
                            https://help.ubuntu.com/community/UbuntuLTSP